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21. Juni 2007

Stadtbummel durch Portoferraio

Abgelegt unter: Elba, Berichte — Iris Mack @ 17:10
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Yachthafen von PortoferraioVom geschäftigen Hafen aus mit dem Fährbetrieb betritt man die ruhige Altstadt durch die Porta Terra, ein Tor in der Forte Falcone (Falkenfestung). Diese Festung ist ein Teil der medicieschen Festungsanlage, mit deren Bau im Jahre 1548 begonnen wurde. Der zweite Teil dieser militärischen Stadtanlage ist das Forte Stella (Sternenfestung). Folgt man dann der Via Guerazzi, einer engen Strasse, die mit den typischen Stadthäusern gesäumt ist, so gelangt man zur Piazza Cavour. Von hier kann man dann durch die Porta a Mare zur Molo Mediceo und dem idyllischem Yachthafen gelangen. Die Porta a Mare wurde 1549 erbaut und danach noch mehrfach verändert. Unter Ferdinando II. de’ Medici wurde 1637 ein Vorbau angefügt.

Torre del MartelloGeht man jetzt links die Uferpromenade entlang, so erreicht man das Archäologische Museum Della Linguella, das in der Festung rund um den Torre del Martello untergebracht ist. Der Torre del Martello (Hammerturm) wurde 1548 unter Cosimo I. errichtet und diente zur Überwachung und Sicherung der Hafeneinfahrt. Er besitzt einen achteckigen Grundriss und ist 5m hoch. 1757 wurde er unter Franz I. von Lothringen restauriert und im 2. Weltkrieg durch Bomben stark beschädigt.

Municipio im Palazzo ComunaleDesweiteren können dort Reste einer römischen Villa betrachtet werden, wie im Vordergrung auf dem Bild zu sehen. Auf der anderen Seite der Yachthafen-Einfahrt befindet sich der Torre del Gallo, ein rechtwinkliger 6,5m hoher Turm, der ebenfalls zur Sicherung der Hafeneinfahrt diente. Er wurde 1733 erbaut und 1934 wieder aufgebaut. Nun gelangt man durch die Porta a Mare wieder zur Piazza Cavour. Läuft man nun die Via Napoleone hinauf, so kommt man an dem Rathaus, dem Municipio vorbei, welches sich im Gebäudekomplex Palazzo Comunale befindet. Der Palazzo Comunale wurde 1559-1561 erbaut.

Villa dei Mulini, Napoleons Villa

Hält man sich jetzt links, so gelangt man auf einen weiteren Platz, die Piazza Repubblica. Dort steht die 1549 erbaute Garnisionskirche Duomo la Pieve. Links der Treppe folgend gelangt man zur Via Elbano Gasperi. Hier biegt man schrägrechts in die Via Ferrandini. Oben auf der Piazzale Napoleone steht geradeaus die Villa di Mulini, Napoleons Villa. Linker Hand kann man in die ehemaligen Bediensteten-Wohnungen von Napoléon schauen, die heute als normale Wohnhäuser dienen.

Portoferraio von obenWohnungen der Bediensteten von NapoleonÜber die Via Falcone gelangt man nun zum Hauptteil der Festung Forte Falcone. Sie wurde 1548 unter Cosimo I. von den Architekten Bellucci und Camerini erbaut. Ein Besichtigung ist leider nicht möglich, da die Festung militärisches Sperrgebiet ist. Geht man die Via Falcone noch ein Stück weiter, so wird man nach wenigen Metern durch einen wunderschönen Blick über Portoferraio und die Rada di Portoferraio belohnt. Auf der anderen Seite der Bucht kann man die Orte Magazzini und Bagania sehen.

Spiaggia le Viste, Portoferraio Forte Stella Auf dem Weg zurück zur Piazzale Napoleone hat man einen wunderschönen Blick zur Forte Stella. Bevor man die Piazzale erreicht kann man noch einen Abstecher zu dem kleinen beschaulichen Strand Spiaggia del Viste machen. An der Villa di Mulini vorbei geht es dann geradeaus weiter zum Forte Stella.

Das Forte Stella heisst wegen seinem sternförmigem Grundriss Sternenfestung. Es wurde nach den Plänen des Architekten Camerini unter Casimo I. de’ Medici 1548 erbaut. Heute befinden sich dort private Wohnungen. Zur Zeit Napoleons wohnten in der Festung die Grenadiere der kaiserlichen Garde. Desweiteren wurde es zwischen 1783 und 1833 als Gefängnis verwendet. Das markanteste Gebäude der Festung, der Leuchtturm wurde auf Anweisung von Leopold I. gebaut, um den Hafen auch nachts sichtbar zu machen.

Leuchturm im Forte Stella Forte StellaNach dem Verlassen des Forte Stellas biegt man nach links in die Via Zambelli. Von dort gelangt man zu einer kleinen Treppe, die einen schönen Blick in Richtung Yachthafen und Porta a Mare frei gibt. Diese Treppe hinunter folgend erreicht man wieder die Piazza Repubblica.

Weitere Informationen:

Archeologisches Museum
Portoferraio - Isola d’Elba,
loc. Linguella, Fortezza Medicea, Calata Buccari
Tel. 0565/937111 (Comune) 937370-917338 (Museo)

Museo Napoleonico di Villa dei Mulini
Piazzale Napoleone
(nel centro storico) Portoferraio
(Tel. 0565.915846)

Quellen:
Elba. Landschaftsführer von A. und F. Rother

11. März 2007

Geschichtlicher Streifzug durch Elba und Portoferraio

Abgelegt unter: Elba, Land und Leute — Iris Mack @ 22:35
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Der Yachthafen von PortoferraioPortoferraio ist die Hauptstadt der Insel Elba, und sowohl ihr wirtschaftliches, sowie kulturelles Zentrum. Die kleine Hafenstadt mit ca. 13.000 Einwohnern ist die wichtigste Verbindung zum Festland. Dank seinem herrlichen Naturhafen wurde der Hafen schon seit der Antike genutzt. Die Etrusker und die Römer verwendeten ihn für ihren Eisenhandel, nachdem Elba das reichste Erzvorkommen von Italien hatte.

Bei den Römern trug Portoferraio noch den Namen Fabricia (lat. faber = Handwerker, Schmied). Nach dem 1. Jahrhundert wurde der Eisenabbau eingestellt und die römische Kaiserfamilie verlegte ihre Sommerresidenz nach Portoferraio.

Römervilla in PortoferraioIm 11. Jahrhundert wurde der Eisenerzabbau durch die Pisaner wieder aufgenommen. Ab dem 17. Jahrhundert erfährt Elba und damit auch Portoferraio eine sehr wechselhafte Geschichte. So war Elba am Anfang des 17. Jh. in drei Teile geteilt. Portoferraio gehört zur Medici, Porto Azzurro zu Spanien und das restliche Elba zu Appiani, dem Herrschaftsbereich von Piombino.

Im Jahre 1765 übernimmt Leopold I das Großherzogtum Toskana. Ab diesem Zeitpunkt erfährt Portoferraio sowohl wirtschaftlich als auch militärisch eine Schwächung, bis 1796 der Admiral Nelson die Stadt einnimmt. Bis zur Wiedervereinigung 1802 der Insel Elba durch die Franzosen vergingen weitere sechs Jahre. In den folgenden Jahren sollte Elba eine wichtige Rolle in der französischen Geschichte übernehmen.

Nachdem Napoléon geschlagen war und am 11. April 1814 abdankte, wurde er am 3. Mai 1814 nach Elba ins Exil geschickt. Seine Villa “Villa Dei Mulini” in Portoferraio sowie sein Landsitz “Villa San Martino” in San Martino kann besichtigt werden. Napoléon durfte seinen Kaisertitel behalten, weil er Herrscher über die 10.000 Einwohner war. Villa dei Mulini, Napoleons Villa in PortoferraioAls Napoléon erfuhr, wie unzufrieden das französische Volk unter dem neuen König Ludwig XVIII. war, machte er sich mit einer kleinen Armee am 1. März 1815 nach Frankreich auf. Die Armee, die ihn aufhalten sollte, lief sofort zu ihm über. So erreichte er Paris und regierte nochmals 100 Tage bis er in der Schlacht von Waterloo endgültig besiegt wurde. Danach wurde Napoléon auf die Insel St. Helena im Südatlantik verbannt.

Mit dem Fall von Napoléon wurde Elba 1815 ein Teil der Toskana und wurde 1860 mit der Toskana wiederum ein Teil Italiens.

1900 wird eine Hochofenanlage zur Verarbeitung von Eisenerz gebaut. Deswegen erfährt Elba während der beiden Weltkriege einen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Hochofen wurde durch einen alliierten Angriff am 16. September 1943 zerstört und dann 1949 endgültig geschlossen.

Seit 1960 lebt Elba hauptsächlich vom Tourismus.

Quellen:


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