Portoferraio ist die Hauptstadt der Insel Elba, und sowohl ihr wirtschaftliches, sowie kulturelles Zentrum. Die kleine Hafenstadt mit ca. 13.000 Einwohnern ist die wichtigste Verbindung zum Festland. Dank seinem herrlichen Naturhafen wurde der Hafen schon seit der Antike genutzt. Die Etrusker und die Römer verwendeten ihn für ihren Eisenhandel, nachdem Elba das reichste Erzvorkommen von Italien hatte.
Bei den Römern trug Portoferraio noch den Namen Fabricia (lat. faber = Handwerker, Schmied). Nach dem 1. Jahrhundert wurde der Eisenabbau eingestellt und die römische Kaiserfamilie verlegte ihre Sommerresidenz nach Portoferraio.
Im 11. Jahrhundert wurde der Eisenerzabbau durch die Pisaner wieder aufgenommen. Ab dem 17. Jahrhundert erfährt Elba und damit auch Portoferraio eine sehr wechselhafte Geschichte. So war Elba am Anfang des 17. Jh. in drei Teile geteilt. Portoferraio gehört zur Medici, Porto Azzurro zu Spanien und das restliche Elba zu Appiani, dem Herrschaftsbereich von Piombino.
Im Jahre 1765 übernimmt Leopold I das Großherzogtum Toskana. Ab diesem Zeitpunkt erfährt Portoferraio sowohl wirtschaftlich als auch militärisch eine Schwächung, bis 1796 der Admiral Nelson die Stadt einnimmt. Bis zur Wiedervereinigung 1802 der Insel Elba durch die Franzosen vergingen weitere sechs Jahre. In den folgenden Jahren sollte Elba eine wichtige Rolle in der französischen Geschichte übernehmen.
Nachdem Napoléon geschlagen war und am 11. April 1814 abdankte, wurde er am 3. Mai 1814 nach Elba ins Exil geschickt. Seine Villa “Villa Dei Mulini” in Portoferraio sowie sein Landsitz “Villa San Martino” in San Martino kann besichtigt werden. Napoléon durfte seinen Kaisertitel behalten, weil er Herrscher über die 10.000 Einwohner war.
Als Napoléon erfuhr, wie unzufrieden das französische Volk unter dem neuen König Ludwig XVIII. war, machte er sich mit einer kleinen Armee am 1. März 1815 nach Frankreich auf. Die Armee, die ihn aufhalten sollte, lief sofort zu ihm über. So erreichte er Paris und regierte nochmals 100 Tage bis er in der Schlacht von Waterloo endgültig besiegt wurde. Danach wurde Napoléon auf die Insel St. Helena im Südatlantik verbannt.
Mit dem Fall von Napoléon wurde Elba 1815 ein Teil der Toskana und wurde 1860 mit der Toskana wiederum ein Teil Italiens.
1900 wird eine Hochofenanlage zur Verarbeitung von Eisenerz gebaut. Deswegen erfährt Elba während der beiden Weltkriege einen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Hochofen wurde durch einen alliierten Angriff am 16. September 1943 zerstört und dann 1949 endgültig geschlossen.
Seit 1960 lebt Elba hauptsächlich vom Tourismus.
Quellen: